Fokusthema

«Unsicherheit erkennen, Sicherheit schaffen»

Die Kinder- und Jugendtage sensibilisieren mit einem jährlich wechselnden Fokusthema jeweils für einen konkreten Aspekt im Zusammenhang mit den Kinderrechten. 

Das Thema «Unsicherheit erkennen, Sicherheit schaffen» steht 2026 im Fokus. Als Grundbedürfnis ist Sicherheit ein wichtiger Bestandteil der Kinderrechte. 

Sicherheit umfasst den Schutz der körperlichen und psychischen Integrität und bildet das Fundament für Entwicklung, Lernen und stabile Beziehungen. Die individuellen Voraussetzungen, die man in den relevanten Lebensbereichen Familie, Schule, Freizeit und Wohnort hat, spielen dabei eine grundlegende Rolle. 

Unsere Kernbotschaften zum Fokusthema:
Die Botschaften sind bewusst aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen formuliert und laden Erwachsene dazu ein, mitzudenken und zu handeln: Unsicherheiten gehören zum Leben. Wenn wir diese gemeinsam erkennen, ernst nehmen und thematisieren, kann Sicherheit entstehen.

Was gibt Kindern und Jugendlichen Sicherheit?

  • Sicherheit entsteht durch Beziehung – «Wer ist für mich da?» 
    Für eine gute und gesunde Entwicklung brauchen Kinder von Geburt an verlässliche und sichere Bindungen zu ihren Eltern und/oder wichtigen Bezugspersonen in ihrem Umfeld.
  • Sicherheit wächst durch Verlässlichkeit – «Worauf kann ich mich verlassen?» 
    Klare und nachvollziehbare Entscheidungen, vorhersehbare Routinen und konsistente Regeln geben Orientierung und schaffen Vertrauen in Menschen und Situationen.
  • Selbstwirksamkeit stärkt das Sicherheitsgefühl – «Kann ich das schaffen?» 
    Wer lernt, dass Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigt werden können, entwickelt Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten und damit die Resilienz, auch zukünftige Unsicherheiten zu bewältigen.

Was macht Kinder und Jugendliche unsicher?

  • Unsicherheit entsteht durch Unklarheit – «Was wird von mir erwartet?»
    Fehlende Orientierung, widersprüchliche Botschaften und hohe Erwartungen erzeugen Stress.
  • Unsicherheit wächst durch Vergleiche und Ausschluss – «Bin ich gut genug?»
    Mobbing, soziale Ausgrenzung, ständige Vergleiche und fehlende Zuwendung schwächen das Selbstvertrauen.
  • Unsicherheit entsteht durch Kontrollverlust – «Was passiert mit mir und um mich herum?»
    Veränderungen, Konflikte im familiären oder sozialen Umfeld, Überforderung und negative Nachrichten aus aller Welt können Ohnmacht und Angst auslösen.

Was hilft Kindern und Jugendlichen, mit Unsicherheit umzugehen?

  • Unsicherheit wahrnehmen – «Was genau verunsichert mich?»
    Gefühle einordnen und ernst nehmen entlastet und schafft Klarheit. Unsicherheit gehört zum Erwachsenenwerden dazu.
  • Unterstützung in Anspruch nehmen – «Wer unterstützt mich?»
    Offene Gespräche mit vertrauten Bezugspersonen oder professionelle Hilfe geben Halt. Sicherheit entsteht, wenn wir uns austauschen, Erfahrungen teilen und als Gesellschaft gemeinsam daran arbeiten.
  • Handlungsfähigkeit erkennen – «Was kann ich beeinflussen?»
    Wenn der Fokus auf dem liegt, was selbst verändert werden kann, fördert das die Selbstwirksamkeit und vermittelt ein Gefühl von Kontrolle.